Übungstag Landesgruppe W/NÖ/B 03.07.2026 Naturpark Sparbach


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Unsere Lokalredakteurin, die bezaubernde Djinie Kalkberg, selbst mit langjähriger GP- und SSP-Erfahrung hat die Teilnehmer am Übungstag besucht:

DK: Ich stehe hier im herrlichen Naturpark Sparbach gemeinsam mit Übungsleiter Thomas Rupp und frage dich, was das Ziel dieser Ansammlung hirschroter Dachsbrackenbuben und -mädels ist und wie gut sich die die Gespanne schlagen?

TR: Es war schon eine Challenge, für sechs Hundegespanne Schweiß, Schalen und Häupter von Rotwild zu organisieren! Am Vortag haben unsere Leistungsrichter und Helfer -denen ich besonders danke – die Fährten so angelegt, dass die Teilnehmer prüfungsnah üben können und ihnen die Leistungsrichter als Unterstützung zur Seite stehen. Jetzt kann man sich noch Rat und Meinung holen und das gut in die Prüfungsvorbereitung integrieren.
Die Hundeführer sollen lernen, jedes Haar am Hinterteil ihres Hundes zu lesen, die Hunde von Verleitfährten von selbst oder mit Menschenhilfe wieder auf den richtigen Weg -die Kunstfährte – zu bringen, und die heute ausgelegten Verweiserpunkte sicher zu finden. Bei der Gebrauchsprüfung im Herbst sind auch sicheres Gehen an der Leine, Ablegen der Hunde für zumindest 20 Minuten, Verhalten auf Schuss und Wesensfestigkeit und der Wachsamkeit am erlegten Stück zu zeigen.
Die zweite Hauptdisziplin, die Laute Jagd auf Hase und Fuchs, haben die meisten Hunde schon im letzten Winter absolviert. Das legen wir auch allen nahe, die eine GP ablegen wollen. Die gesamte Prüfung an einem Tag durchzuführen, ist für Hund und Hundeführer sehr stressig und führt oft zu nicht optimalen Ergebnissen. Die Möglichkeit der Vorprüfung in der lauten Jagd sorgt dafür, dass man sich danach in der Vorbereitung auf die GP auf die Schweißarbeit und die Gehorsamsfächer konzentrieren kann.
Beim heutigen Übungstag geben wir den Hundeführern die Hausaufgaben mit, damit sie zur Gebrauchsprüfung nicht unvorbereitet antreten und sich unsere Leistungsrichter gute Leistungen ansehen und beurteilen können, quasi eine Win-Win-Situation!

DK: Zurück zu meiner Frage, wie sich die Gespanne konkret geschlagen haben?

TR: Wir haben durchaus sehr gute Leistungen dabei. Der Boden ist nach der Hitzewelle betonhart, auch begrünter Untergrund ist ausgetrocknet. Die Hundeführer haben gut reagiert, indem sie die Hunde nach 300-400 Metern auf der Fährte ablegten, die Riechzellen der Hunde mit reichlich Wasser versorgten und dann wieder weiterarbeiteten. Ein Gespann kam weit von der Fährte ab und fand eher zufällig wieder zurück. Auch beim Gehorsam haben einige noch viel zu lernen. Ein Rüde arbeitete ganz passabel zuerst fährtentreu, dann etwas unkonzentriert bis zum letzten Wundbett.
Dort zur „Freien Suche“ geschnallt, bog der „Hundling“ im rechten Winkel ab und ging lieber Rehjagern, kam aber nach wenigen Minuten wieder mit hängendem Lecker retour. Das Versagen in diesem Punkt schadet zwar nicht, würde aber eine perfekte Vorbereitung unter Beweis stellen und Bestnoten bringen.

DK: Wau! Und wie übt ihr die Revierführigkeit, Verhalten auf Schuss und Wesensfestigkeit?

TR: Ganz einfach. Der Hund muss an der linken oder – NEU seit 2025 – rechten Seite des Hundeführers mitlaufen, sitzen, wenn der hält, im Stangenholz mit Leine richtig mitgehen und zB. über Gräben springen. Das alles, ohne den Hundeführer zu beeinträchtigen. Das braucht halt Übung, Übung, Übung!
Wenn der Hund beim Herrn abgelegt liegt, geben wir in etwas Entfernung Schrotschüsse ab und schauen, wie die Hunde reagieren. Da das auch eine Wesensfrage ist, schauen die Richter penibel drauf, dass die Hunde nicht die Rute klemmen, sich hinter dem Hundeführer verkriechen oder verschreckt herumlaufen. Gottseidank haben wir mit unseren Dachsbracken da aber so gut wie nie Probleme.

DK: Was gibst du den Prüfungsanwärtern neben den fachlichen Tipps noch mit?

TR: Erinnere dich an deine eigenen Prüfungen Djinie! Viel zu üben macht euch Hunden enormen Spaß, fördert die Sicherheit in allen Fächern und eure Hundeführer werden auch ruhiger und gehen auf euer Wesen besser ein. Auf den „Gefechtslärm“ bei der GP solltet vor allem ihr Hunde durch vorherige Anreise eingestellt sein. Das heißt, dass man am Vorabend der Prüfung anreist, damit sich Hund und Hundeführer auf die Situation einstellen können. Am Morgen der Prüfung gibt’s dann noch eine große Gassirunde um die Nervosität zu vertreiben. So nimmt die Prüfung einen besseren Start als nach langer Autofahrt plötzlich im Prüfungsgeschehen zu stehen.
Auch die Prüfungsordnung sollte man gelesen und verstanden haben. Wenn man bei der Prüfung steht und vergessen hat ein Fach zu üben, ist es zu spät. Es wird bewertet was gezeigt wird, egal ob vorher geübt oder nicht.
Lasst euch von befreundeten Jägern oder Mitprüflingen mit fremdem Geruch in anderen Revieren Fährten unterschiedlicher Länge und Stehzeit treten. So bleibt das Training spannend und bekanntlich macht ja erst Übung den Meister. Ihr Hunde lernt ja allzu schnell bei bekannten Fährten, kürzerer Länge, Stehzeit oder Geruch unerwünscht durch Verweigerung zu reagieren!

DK: Thomas, du übertreibst! Aber dass wir Schweißhunde im entscheidenden Moment sagen, wo´s lang geht und daher disziplinäre Privilegien in punkto Gehorsam einfordern, stimme ich dir zu!

Wie motiviert ihr denn die Hunde?

TK: Belohnung auch kleinster Schritte und negative Strafen vermeiden sind der Geheimtipp! Ein Lob, eine Streicheleinheit und das, nicht zu inflationär, das Leckerli.
Du siehst es ja an den Hundeführern: denen hat LR Christian Ullrich mit Wildbratwürsteln aus seinem Revier – auch ihm sei Dank – ein Jackpot-Leckerli serviert. Fachsimpelei und scherzende Gespräche bei einem Erfrischungsgetränk sind die Belohnung für die Hundeführer. Da sind sich Hund und Hundeführer durchaus ähnlich.

DK: Danke Thomas für das informative Gespräch! Ich hoffe, dass auch ihr liebe Leser euch für dieses Thema interessiert und der eine oder andere Junghundeführer oder -führerin zum Klub stößt!

Hanno Zanier